Charaker Erschaffung

Vorab: Dein Char kann sterben - wenn du riskanter spielst. Nimm lieber einen Zweit-Char noch mit. Siehe "Char-Tod und Risiken"

 

Es gibt einige Serien, du uns helfen in dieses neue Genre einzutauchen. Eine tolle Serie ist Taboo (Tom Hardy):

Wenn du dir die Serie Taboo anschaust, gibt es eine Gefahr: Wir verlieben uns in den Hauptchar – und wollen genau diesen nachspielen.

 

In der Serie spielt Tom Hardy super cool! Er hat im Grunde vor nichts Angst. Das funktioniert nicht gut im Larp. Was wäre, wenn die meisten SC keine Angst ausspielen würden? Wir finden so etwas eher langweilig.

 

Deine Herausforderung: lass dich von den Serien nur inspirieren. Kopiere nicht! Vor allem: spiele keinen Power-Helden!

 

Wenn du dir einen Charakter erschaffst, achte darauf, dass dieser nicht nur Stärken hat. Wichtiger sind Schwächen!

 

Super wichtig:

  • Zeige Angst
  • Spiele Schmerzen aus

Deine Klammotte kann richtig toll aussehen. Dein Name mega cool klingen und deine Geschichte auch. Du kannst dir auch zwei Musketen, einen Säbel und eine Handaxt zulegen. Aber:

 

Wenn dich jemand mit einer Pistole bedroht: zeige Angst. Noch besser: fühle sie! Stell dir vor, wie gefährlich es wäre. Reagiere entsprechend: Verhandle, zögere, werde „kleiner“. Gib dem anderen für einen Moment die Power und den Raum.

 

Du richtest deine Knarre auf eine Hexe? Zittere ein wenig. Zweifle. Drücke nicht sofort ab. Vielleicht verzichtest du sogar auf den Schuss. Spiele deinen Respekt und die Furcht vor ihrer Magie aus. Vielleicht richtest du die Knarre auf sie und ziehst dich dann rückwärts zurück.

 

Oder du drückst doch noch ab, die Hexe bricht zusammen und schreit auf. Triumpf! Für einen kurzen Moment… doch dann bekommst du richtig Schiss! Du hörst ihre Stimme in deinem Kopf. „You are cursed!“ Auch Magie funktioniert nur, wenn du mitspielst - und dir etwas vorstellst.

 

Zitternd läufst du zur Siedlung, du wankst zurück in die Sicherheit. Deine Freunde merken, dass was mit dir nicht stimmt. Drama! Das macht Spaß! Vor allem den anderen. Das ergibt viel mehr Spielpotential und schöne Szenen, als die Alternative:

 

„Ich bin ein cooler Veteran und habe so viel erlebt: Angst kenne ich keine. Ach ja, Schmerzen spüre ich auch nicht. Nicht mal bei einer Folter.“

 

Buuuuuh! Booooring!

 

Nebenbei: lässt du dich auf Gefühle wie Angst ein, hast du auch mehr Spaß. Jemand der ultra cool nachts in den Wald geht, wird niemals Grusel empfinden können.

 

Ausspielen, Schwächen, Angst und Schmerzen zeigen gilt auch für Adelige und Reiche. Und auch für Schamanen und Hexen! Du spielst eine Hexe und jemand richtet eine Knarre auf dich? Klar, dein Fluch wird ihn treffen… deine Schwestern werden sich rächen. Aber für einen Moment stockt dein Atem – dein Blick wird unsicher. Vielleicht kann du den James Towner verführen? Etwas versprechen?

 

Oder du speist aus, beleidigst ihn wild – nur damit er dich wegpusten kann und du schreiend und wimmert zusammenbrichst. So „schenkst“ du dem anderen einen tollen Moment.

 

Spiel NICHT cool! Fühle – und zeige Emotionen!

 

Kannst du 24/7 düster spielen? Traurig, bedrohlich, mystisch…

 

Bestimmt können das ein paar von uns. Aber eigentlich ist ja die Frage: haben wir so besonders viel Spaß?

 

Slaptstick und Liebe klappt vielleicht immer. Aber wenn du einen Char spielst, der immer traurig oder voller Zorn ist, sinkt der Spaß. Für viele von uns.

 

Auf der einen Seite möchten wir volle Immersion. Und mit dem Taboo Larp dunkles, fieses und intrigantes Spiel. Auf der anderen Seite schaffen wir das nicht drei Tage lang.

 

Mögliche Ideen:

  1. Starte in Friedheim
  2. Starte irgendwo – und spiele mal einen Friedheim-Char.
  3. Starte irgendwo – und geh mal bewusst OT.

Zu 1: Du meldest dich in Friedheim an. Dieses Dorf ist liebevoll und friedlich. Keine Zauber, finstere Rituale, keine Bedrohung oder Gewalt. Slaptstick, Freude und freies Spiel. Von dort ziehst du mal los und naschst von dem Kuchen - vom dreckigen und fiesen James Town. Oder vom mystischen und blutigen Taboo Moor.

 

Du möchtest eher freies und friedliches Spiel? In Friedheim bist du sicher – unser „heilige Hafen“. 😊 Fucking Hippies. 😉 Das ist etwas übertrieben. Es gibt auch Geheimnisse und Probleme. Es geht jetzt um den Kern.

 

Zu 2: Du spielst einen Irren oder eine Hexe in Taboo Moor? Eine arrogante Lady oder einen fiesen Schläger in James Town? Dann nimm einen Zwei-Char mit. Am besten einen netten Friedheimer. So kannst du bewusst Abstand von deiner Rolle nehmen – und wirst auch mal „gemocht“. Das brauchen viele von uns. Geh dann mal in Ruhe essen und… lachen. Feiere ausgelassen am Abend und lass deinen blutigen Sektenpriester mal früher schlafen.

 

Zu 3: Spiel, was du magst – aber plane mal Pausen ein. Geh bewusst OT. Wichtig dabei: Ziehe andere nicht ins OT. Sorge dafür, dass du niemals andere störst. Bleib mit Freunden im Zelt und sprich leise über die Szenen oder geh außerhalb des Geländes spazieren. Dann kommst du erfrischt wieder und tauchst von neuem ein. Bewusst.

 

Wahrscheinlich wirst du so viel mehr Spaß haben. Ich schaffe es nicht, 3 Tage „böse“ oder dunkel zu spielen. Mit Pausen geht es. Und es wird dadurch viel intensiver. So ein Ausgleich hilft total.

 

Uns Orgas ist es wichtig das Folgendes nicht passiert:

 

Freitagabend kommen die Hexen rüber zu Friedheim, werden super nett, sind so halb OT und alle haben einen netten Abend. So ein IT / OT Mix ist nicht cool. Lasst uns lieber in Phasen denken. Volle Immersion. Ganz bewusst. So haben wir häufiger richtig krasse Szenen.


Hast du noch Fragen? Bist du unsicher bei deinen Char-Ideen?

 

Schreib uns:

info(ad)tollgund.de

 

Bitte halte dich kurz! Big Rocks reichen. :)