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Ausladen, Seximus und Vertrauen

Bevor ein „Dämon“ entsteht: Ja, wir laden SC aus und haben eine Blacklist.

 

Warum?

  1. Um dein Spiel zu schützen.
  2.  Um uns zu schützen.

Leute auszuladen, ist uns sehr unangenehm. Und wir machen uns sehr viele Gedanken, ob es gerechtfertigt ist.

 

Niemand wird ausgeladen, weil man mal einen Fehler macht. Oder nicht sooo gut spielen kann.

 

Wir sind 100% tolerant was: Religion, Aussehen, Ethnie, sexuelle Ausrichtung etc. angeht. Aber wir haben 0 Toleranz, wenn es um ein bestimmtes Verhalten geht:

 

Wenn ein SC uns nervt und uns Energie raubt, müssen wir uns schützen. Ab einer gewissen Anzahl von Leuten, die Energie ziehen, haben wir keine Lust mehr. Sind wir demotiviert, organisieren wir keinen Larp mehr.

 

Wir fragen uns:

  1. Gibt oder raubt uns der SC Energie?
  2. Falls eine Person sich (aus unserer Sicht) unpassend verhält, wird es beim nächsten Mal besser werden? Nimmt die Person Feedback an?
  3. Können wir dem Menschen vertrauen?

Die meisten SC waren toll! Super empathisch! Wir waren bei fast allen geflasht. Aber…

 

Nach dem ersten Tollgund wurden 4 SC ausgeladen. Warum? Beispiele:

 

Nennen wir den SC „Saruman“. Saruman ließ uns Müll zurück und sein ausgeräumtes Auto so lange vorne stehen, bis wir ihn holen mussten (ca 1,5h). Nachdem Larp haben wir nochmals aufmerksam gemacht. Seine erste Reaktion: „Das stimmt nicht! Das Auto stand HÖCHSTENS 20 Minuten hier. Und wir würden nie Müll zurücklassen.“ Nachdem wir ihm klar gemacht haben, dass wir ganz sicher wissen, dass es so war. Zweite Reaktion: „Okay, das kann ja mal passieren. Unser Auto war so vollgepackt, da konnten wir den Müll nicht mehr mitnehmen.“ Abgesehen davon, dass man seinen Müll vor Ort in den Müll packen durften, hat uns der SC angelogen. Bewusst (ein Muster). Es gab noch weitere Beispiele („Ich war nicht betrunken im Wald! Ich habe nicht hinters Zelt gepinkelt! Ich…“).

 

Heißt für uns: Wir können Saruman nicht mehr vertrauen. Er macht sein Ding, gibt man ihm Feedback, versucht er zu lügen. Klappt das nicht? „Okay, okay…“

 

Wir möchten nur mit Menschen zusammenspielen, denen wir vertrauen können. Wir haben keine Lust, SC zu kontrollieren. Das kostet uns unnötige Kraft. Wir möchten die Kraft lieber für Plot einsetzen.

 

Noch ein Beispiel: Nennen wir seinen Kumpel „Grimald“. Er war extrem laut – ständig. Auch in Bereichen, in denen wir vorher gebrieft hatten: „verhaltet Euch leise“. Die Lautstärke wurde noch mit Beleidigungen und sexistischen Äußerungen gewürzt. Ach ja, und ein rechtsradikaler Song wurde noch gesungen. Wir haben kein Bock auf Seximus und Nazi-Zeug. Das passt nicht zu „sei empathisch“. Das können wir nicht „workshoppen“. Wer schreiend Seximus lebt, dem vertrauen wir nicht. Ach ja, Grimald hatte auch eine Spielerin angespielt, die ihm klar gemacht hatte, dass sie jetzt nicht mit ihm allein durch die dunklen Gänge gehen wollte. Mehrmals. Ein „Wirklich, wirklich“ (heißt: „OT möchte ich das nicht!“) wurde kommentiert mit: „Das war ein WIRKLICH zu wenig! *Grins*“

 

Empathie kann man nicht anziehen. Es ist in uns. Wir können es bestimmt weiter entwickeln und immer besser werden. Aber ein erwachsener, erfahrener Larper, der so ein Verhalten aufweist, wird im Kern beim nächsten Mal nicht empathisch SEIN. Vielleicht verhält er sich passend, wenn er sich beobachtet fühlt. Aber das reicht uns nicht.

 

Warum schreiben wir das alles hier? Zum einen möchten wir nicht, dass du denkst, man wird einfach schnell rausgeworfen, weil uns die Nase nicht gefällt. Oder weil man einmal eine Regel verletzt hat.

 

Zum anderen erhoffen wir uns von dir Verständnis.  Wir möchten, dass die empathischen SC verstehen, dass wir nur zwei Möglichkeiten haben: Entweder wir schützen das Spiel – oder es gibt keinen Tollgund.

 

Die Blacklist ist ein notwendiges Übel. Kurzfristig tut es einigen weh – uns auch. Langfristig schaffen wir so einen geschützten Raum. Wir wollen uns sicher fühlen können. Und aus einem vertrauensvollen Kern – frei spielen! 

 


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