Stimmen anderer SC, die schon vorher gelaprt hatten

Wie haben es andere SC erlebt? Leute, die schon vor dem Tollgund Larperfahrung hatten?

Einige haben wir nach ihren Erfahrungen gefragt:


"Mir war die Welt unbekannt und ich war mir nicht sicher, ob mir 5 Tage zu lang werden (was sich später als genial herausgestellt hat;-)

 

Vor allem gefiel mir das Aufbrechen alter Mechaniken im Larp, durch kleine Regeln: Die 3er Regel fühlte sich im Vorfeld nach einer Einschränkung an, aber sie ist ein geniales Mittel, um mit wenig NSC eine absolute Bedrohung zu erzeugen.

 

Auf vielen Cons werden große Bedrohungen oder gefährliche Feinde dadurch bezwungen oder gelöst, dass sich genug bewaffnete Spieler zusammenschließen und durch Überzahl gewinnen. Das ist oft vorhersehbar und langweilt manchmal.

 

Tollgund hat mich ganz viel Offenheit gelehrt. Die Kunst im larp erstmal zu fast allem „ja“, oder „warum nicht“ zu sagen.

 

Richtig gut: Das Gefühl immer zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Durch die Offenheit der Leute, und der Miniplots ergeben sich auch neben den Events immer spannende, lustige oder bereichernde Situationen. Man muss nur lernen mit Situationen offener umzugehen, oder sich drauf einzulassen.

 

Trotz der lustigen Seefahrer, die wir spielen, singen und lachen, ergibt sich für mich ein intensives und tiefes Charakterspiel, das ich sonst nicht bekomme, da ich außer auf dem Taboo keine langen Cons als SC besuche. Auf dem CoM bin ich NSC und finde es dort auf der Spielerseite oft wenig immersiv.

 

Ich würde Tollgund weiterempfehlen: Das Gefühl von Freiheit, die Möglichkeit zum tiefen Charakterspiel, Ängste erleben, kaum bis gar keine OT-Blasen – kein 0815 larp.

 

Mir gefällt das tiefe Charakterspiel, wie wir mit Ängsten bzw. Horror spielen und mit Konflikten, die sich meistens immer tiefer verstricken. Auch die Möglichkeit abseits von Drama ganz schnell mit vielen Leuten eine angenehme, lustige, liebevolle und positiv berauschende Zeit zu haben (Musik, Feuer, Trommel…)."

 

Tim aus Berlin


"Endlich wollte ich das neue Hobbie ausleben und was Neues probieren. Da mir Conquest zu groß und unpersönlich war (kannte davor halt nur das), habe ich mich fürs Tollgund entschieden.

 

Ich habe ganz viele neue tolle Leute kennengelernt, viel Larp-Erfahrungen gesammelt wie z.B. Gruppendynamik und -Organisation, Spiel-Erfahrung im Bereich play-to-loose und -struggle.

 

Es war eigentlich mein "richtiger" Einstieg ins Hobby. Conquest und JdS vorher waren zwar cool, aber fühlte sich eher wie "Festival" statt richtig Larpen an. ☺️

 

In erster Linie gefallen mir die anderen Menschen mit all den tollen Lagern, Charakteren und Ideen – und dem Aufwand, um die Stadt aufleben zu lassen.

 

Ich fühle mich sicher, da alle aufeinander schauen und die Dynamik so wholesome ist.

 

Und das Setting mit den Helden der zweiten Reihen und das dies vehement durchgesetzt wird, finde ich sehr gut und wichtig."

 

Steffi, aus Winterthur (bei Zürich)


"Vor meinem ersten Tollgund hatte ich Bedenken, da ich das erste Mal auf ein größeres Larp ging – UND ebenso das erste Mal alleine. Da aber Tollgund so toll erklärt wurde und ich auch ganz liebe Ansprechpartner hatte, die sich schon auskannten, hab ich es dennoch gewagt – und nicht bereut!

 

Ich habe eine ganz neue Community gefunden und auch mein Lieblings-Larp entdeckt. 🤭 Es waren sooooo viele schöne Erlebnisse, so viele Erinnerungen und tatsächlich auch ein Abschalten vom Alltag. Es war auch eine mentale Erleichterung. Dieses Larp hat mir enorm viel zurückgegeben.

 

Vor allem gefiel mir die Familiarität. Die ganze Stimmung, Atmosphäre. Diese Con ist so liebevoll und detailreich gestaltet, es wird so viel Arbeit hineingesteckt. Und vor allem wird auch darauf geachtet, dass sie nicht von Menschen kaputt gemacht wird, die sich nicht an Regeln halten können. Sowohl IT als auch OT sind die Menschen wunderbar! Nach Tollgund zu kommen fühlt sich ein bisschen so an, wie nach Hause zu kommen. Auch wenn das vielleicht komisch klingen mag.

 

Einige meiner Freunde haben jetzt auch ihre Tickets gebucht: Wenn mich etwas so stark positiv abholt wie das Tollgund, dann möchte ich das definitiv mit den Menschen teilen, die ich mag und die mir wichtig sind. Ich freue mich darüber, die Erlebnisse, die ich hatte, auch anderen zeigen zu können."

 

Andrew Mischler aus Wernigerode (Harz)


"Tollgund hat mir viele schöne Spielmomente und viele tolle Menschen in meinem Leben gebracht.

Die meisten Spieler sind generell sehr offen für Spiel und nehmen dieses gerne an – und sind super darin, den 'Ball' gut hin und her zu werfen, wodurch man dann wirklich gemeinsam eine Szene hat. Das ist super! :)

Ich sehe Menschen, die ich mag, ich kann meine Wahrsagerin spielen, die ich gerne spiele. Wenn ich mich rechtzeitig dafür melde, kann ich einen Plot von der Orga bekommen.

Würde ich Tollgund weiterempfehlen? Auf jeden Fall! Aus dem Grund, dass die Tollgund Spielerschaft super Neulinge aufnimmt. Und sie in dem Tollgund Szenario durch viele kleine Plots mehr die Möglichkeit haben, auch in solche Plots reinzukommen bzw. mitgenommen zu werden."

 

Feli aus München


"Ein Larp ohne Kampf und Schlachten? Klang für unsere Gruppe erst einmal nicht so gut.

 

Tatsächlich war es bisher jedes Mal genau das, was ich gebraucht habe. Beim ersten Tollgund hatte ich so viel und so dichtes Spiel, wie in all den Jahren LARP vorher noch nie. Gerade auf Großcons gibt es für mich zu viele OT-Blasen und Immersions-Brüche.

 

Beim ersten Kontakt auf dem Tollgund, mit den Seminaren war ich erst sehr skeptisch, ob sowas klappen kann. Ohne wirkliche Regeln und quasi nur zum Spiel generieren? Wo bleibt da der eigene Spaß?

 

Dann war Time in und ich hatte bis Time Out vielleicht 10 Minuten OT-Gespräche und die auch nur auf dem Klo. Unfassbar dichtes Spiel und Immersion. Diese legendäre Scene nachts im Wald als Shanni die Melodie nach gesungen hat, die Ivar auf der Flöte gespielt hat und ich einfach harte Gänsehaut bekommen habe und es mir heiß und kalt den Rücken runter ist.... Dadurch, dass halt wirklich fast alle versuchen für die anderen zu spielen, hat man einfach so schönes und so viel Spiel, dass man kaum hinterher kommt. War einfach etwas, das ich bis dahin noch nicht kannte.

 

Auf den nächsten Tollgunden (was ist Plural von Tollgund?😂) waren es andere Sache, die ich gebraucht und bekommen habe. Einmal das Politik Spiel mit den Passiersteinen, dass plötzlich Fahrt aufgenommen hat, als Uppdag selbstbewusster wurde und gemerkt hat, dass man sich im eigenen Zuhause gar nicht von den Slumern unterdrücken lassen muss. Mit wunderschönen Stammtisch - Revolutionsgesprächen im Sold und Sühne. Dann beim letzten Mal bin ich so richtig heftig überarbeitet zum Tollgund gekommen und musste einfach mal den Kopf ausstellen, was in wunderschönen Partys geendet ist, die mir zu dem Zeitpunkt einfach unglaublich gut getan haben.

 

Zusammengefasst hält das Tollgund für mich einfach das, was anderes LARP verspricht: Einfach mal eine Woche das Leben wie es sein sollte. Und was genau es ist, was du da heute brauchst, kannst du dir einfach holen. Du bist nicht gezwungen auf Spielangebote einzugehen, wenn du gerade den Kopf nicht dafür hast. Du kannst es aber machen und dich einfach wie in einen Strudel rein ziehen lassen.

 

Ich mag die Größe von Tollgund. Es sind genug Leute, um sich wie in einer Stadt zu fühlen, aber nicht so viele, dass jedes Regelübertreten in der Anonymität verloren geht.

 

Außerdem mag ich den Kontrast zwischen Horror im Wald und Stadtspiel. Das macht es so vielseitig.

 

Worauf ich sehr gespannt bin, ist wie sich der Meta Plot entwickeln wird. Bitte nichts zu sagen, aber im Moment fühlt sich Tollgund so an, als würden wir alle gemeinsam lachend in die Kreissäge rennen. 

 

Mittlerweile habe ich zehn Jahre Larp-Erfahrung und in dieser Zeit habe ich zumindest kein LARP erlebt, dass so eine hohe Dichte an Spiel und Abenteuer hatte. Es ist einfach so dicht, dass permanent Spiel möglich ist. Man muss es auch nicht suchen oder erst einen halben km laufen, um etwas Spannendes zu finden. Das ist einfach überall und gleichzeitig. Es ist trotzdem so, dass man auch einen Strang verfolgen kann, ohne dass er abreißt oder einfach mal einen trinken gehen kann und dabei Neues erfährst.

 

Gleichzeitig ermöglicht es vor allem über die Workshops, die ich am Anfang mitgemacht habe, einen sehr einfachen Einstieg ins LARP generell und eben auch in das Paladin-freie Spiel, was ihr euch vorstellt und mir persönlich einfach auch mehr Spaß macht. Tollgund ist unfassbar lebendig. Es passiert permanent überall so viel, dass man als Spieler so ein bisschen wie im Bonbonladen aussuchen darf, worauf man Lust hat. Und auch wenn man sich richtig rein stürzt, trotzdem bekommt man am Abend im Sold und Sühne noch Sachen erzählt, die man einfach nicht mitbekommen hat. Ich mag die Art wie ihr Plots streut, laufen lasst, uns auf der einen Seite ein bisschen lenkt und auf der anderen Seite Raum für eigene Entwicklung lasst. 

 

Tollgund ist von Menschen für Menschen gemacht und damit nicht perfekt. Aber es gibt, soweit ich das beurteilen kann, viele sehr, sehr gute und auch sehr spannende Grund-Ideen. Außerdem habe ich den Eindruck es ist in ständiger Anpassung: ich bin sicher es gibt einen großen Plot und einen Plan was mit Tollgund passieren soll. Trotzdem bin ich mir genauso sicher, dass ihr als Spielleitung eure Pläne jederzeit bereit seid über den Haufen zu werfen, wenn durch die Dynamik der Gruppe etwas ganz anderes entsteht, woran ihr vielleicht gar nicht gedacht habt. Und das ist in der Welt des LARP unfassbar selten!"

 

Said aus Gießen


"Moin, ich bin Cindy und eher norddeutsch-introvertiert. Auf dem Tollgund sieht das aber ganz anders aus. Da kann ich extrovertiert Blödsinn labern, bis sich die Balken biegen, eine große Klappe riskieren oder einfach mal theatralisch in Tränen ausbrechen und im nächsten Moment mit meinen Freunden am Feuer einen Koggen-Schnaps trinken und über unterirdische Seemanns-Witze lachen.

 

Das funktioniert für mich, weil ich mich mit den Tollgundern so wohlfühle. Im echten Leben muss ich beruflich bedingt eher seriös auftreten. Daher macht es mir solchen Spaß auf Tollgund einfach mal den Kopf ausschalten zu können und impulsiv irgendein Blödsinn machen. Spontan zu improvisieren – mal witzig, drollig, irre meinen Scheiß machen und gleichzeitig meinem Charakter über diverse Sidequests Tiefe geben und mit so vielen bunten Charakteren verschiedene Zwists zu haben, macht im Grunde Tollgund für mich aus. Es fühlt sich authentisch an und ist daher so immersiv.

 

Es gibt so viele Verstrickungen, so viele eigene Geschichten, die man weiterspinnen kann, dass ich mir nach einer Tollgund-Larp eher aufschreibe, was ich alles erlebt habe, um beim nächsten Mal dort wieder Anklang zu finden und dies ggf. auch über den Discord-Kanal mit anderen weiterzudenken.

 

Tollgund war mein drittes LARP, inzwischen habe ich aber viele LARPs besucht. Auf vielen Cons – vor allem Großcons – sind viele Leute eher OT und das macht wenig Spaß. Auf dem Tollgund passiert sowas unfassbar selten bis gar nicht.

 

Meine Bedenken bzw. Probleme vorher waren:

 

Wie sicher ist man? Was ist IT gewollt und was nicht? Kann ich zu Beginn gleich gut in meinen Charakter finden und meinen OT-Kopf ausschalten?

 

Die Orga macht das wirklich wundervoll! Ab der Tollgund Ansprache sind alle von uns voll im Charakter drin. Regeln wie das „wirklich, wirklich“ hilft vor allem meinem irren IT-Charakter sehr. Das ist für mich wie ein Ankerpunkt in schwierigen Situationen. Für mich ist es so leichter richtig Scheiß zu machen und gleichzeitig zu wissen, wann man aufhört. So hat man echt eine krasse Sicherheit beim Tollgund.

 

Zum Thema Sicherheit generell, ich fühle mich auf dem Tollgund richtig sicher! Als Frau muss man das vielleicht auch nochmal sagen, dass es nicht selbstverständlich ist sich allein im Dunkeln so sicher zu fühlen. In Tollgund kann ich einfach frei umherlaufen. Das klappt auf anderen Larps nicht so unbedingt, aber durch die Awareness-Struktur und den Schlag Mensch den Tollgund anzieht, fühle ich mich dort echt frei.

 

Ich kann das Tollgund nur empfehlen.

 

Ich beispielsweise liebe bereits schon die Vorfreude auf das kommende Tollgund. All die Basteleien und Ideen die man ins Spiel einbringen kann. Auf dem Tollgund habe ich auch neue Freude, kennengelernt auf die man sich jedes Jahr auf das Wiedersehen freut.

 

Was ich unterm Strich am meisten am Tollgund schätze, ist das Spiel. Das Spiel auf dem Tollgund ist nicht wie bei einer kurzweiligen Sitcom, sondern eher wie bei Breaking Bad: Dein Char kann sich richtig weiterentwickeln und wird in dieser Entwicklung immer wieder aufgefangen von allen. Die Tollgunder sind ein anderer Schlag Mensch: Die spinnen die Sachen weiter….

 

Daher sind wir jedes Jahr mit der Handelskogge Rabenzunge dabei!"

 

Cindy aus Rostock, "die Cru" im Spiel


"Tatsächlich zucke ich seit letztem Jahr erst immer eine Sekunde vor der Anmeldung, weil es so weit weg ist von Flensburg, wenn man mit Anhänger fährt.

 

Die wichtigste Erfahrung von Tollgund 1 und 2 war für mich, die große soziale Resonanz. Ich hatte vorher ein paar Jahre Larp-Erfahrung (aber auch nicht ewig viel). Im Vergleich zu den Cons, die ich bisher kennengelernt hatte, hat sich Tollgund dadurch hervorgetan, dass "immer etwas zurückkommt" von den anderen Menschen dort. Das betrifft sowohl die Orga/NSC-Seite, als auch die Spielenden. Was ich damit meine: Wenn ich jemanden anspiele, dann kann ich in Tollgund ziemlich sicher sein, dass das Spiel aufgenommen wird und dankbar etwas zurückgegeben wird. Mein "Faden wird aufgenommen", wenn ich ein Kontaktangebot mache.

 

Es herrschte eine wahnsinnig wertschätzende Grund-Atmosphäre in der Stadt und das merkt man in den kleinen Begegnungen mit SCs. Gute Gesamtstimmung = hohe Bereitschaft, Spiel aufzunehmen und zurückzugeben. Dasselbe gilt konsequent für alle NSCs: Wenn ich ein Kontaktangebot als Spieler gebe, dann gibt es garantiert Resonanz. Ich werde nie mit meinem Spiel "alleine dastehen gelassen". Auch auf einer höheren Ebene gilt diese Beobachtung seit Tollgund 1 für mich: Es ist relativ easy, sich einen Status in Tollgund zu erspielen. Wenn ich mich in die Stadt einbringe - ob mit positiven Impulsen wie Plot-Jagen oder an Wettkämpfen teilzunehmen oder auch mit spielerisch negativem Verhalten (Klauen, Betteln, Betrügen) - dann habe ich in Tollgund sehr schnell einen "Ruf weg" und einen gewissen Status. Innerhalb weniger Tage werde ich hier und da wiedererkannt. Auch das macht für mich die hohe soziale Resonanz in Tollgund aus. Meine sozialen Signale (auf individueller und auch Gruppenebene) "verpuffen" nicht einfach, sondern mein Spiel wird überall wertschätzend aufgenommen und zurückgegeben. Diese Erfahrung war für mich in Tollgund 1 direkt total wichtig, weil ich das von Larps in dieser Intensität vorher nicht kannte und ich dadurch gefühlt erst das ganze Potenzial von Larp verstanden habe.

 

Durch diesen beschriebenen positiven Safe Space in Tollgund habe ich gelernt, noch zwangloser, spielerischer und selbstsicher Larp zu spielen.

 

Nach Tollgund 1 habe ich im Freundeskreis etwa Folgendes erzählt: "Tollgund ist wie ein Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Es ist total bunt und anarchistisch und überall warten kleine Geschichten auf einen."

 

Und das mochte ich daran spontan besonders.

 

Ich denke, was Tollgund an dieser Stelle in Deutschland einzigartig macht, ist dass es bei anderen Groß-Cons (also über 150 Leuten sag ich mal), selten überhaupt noch Quests/Plot gibt und ich war gleich begeistert, dass Tollgund beides bietet: Größe und Quest/Plot-Dichte. Das macht für mich das anarchistisch-bunte-Spielplatzhafte aus.

 

Kleinere „Nebennutzen“ vom Tollgund: Ich habe einen deutlichen Urlaubseffekt vom Alltag erlebt. Außerdem habe ich einen kleinen Schub erlebt für mein Selbstbewusstsein, auf Leute "einfach mal zuzugehen" auch OT (wegen der oben beschrieben allgegenwärtigen positiven Resonanz).

 

Ich habe auch bemerkt, dass es sich durchaus lohnt, sich ein bisschen „reinzunerden“ – in die ganze Lore und die Zusatzinfos, die auf der Homepage stehen, denn darüber bin ich mit einigen SCs und vor allem NSCs noch leichter in ein tiefes Spiel gekommen.

 

Ich habe Tollgund schon oft empfohlen, mit der Begründung: "Dort bekommst Du gerade als Anfänger einen sehr guten Eindruck, wie man Larp auf hohem Niveau, aber trotzdem leicht zugänglich gestalten kann." Der Aspekt, Tollgund als Larp-Anfänger*in zu besuchen, spielt da auch deshalb eine Rolle, weil die meisten Leute in meinem Umfeld noch keine Larp-Erfahrung hatten bis vor wenigen Jahren.

 

Gegenüber einer erfahrenen Larperin sagte ich mal in etwa: "Tollgund ist klassisches Fantasy-Larp, aber auf so hohem Niveau und mit Liebe zum Detail, dass es auch als Fortgeschrittener sehr viel Spaß bringt."

 

Und ergänzend, weniger fancy, hab ich auch schon zu totalen Anfängern gesagt: "Du kannst auch einfach vier Tage rumsitzen und den anderen beim Spielen zugucken, das ist auch kein Problem, denn es zwingt Dich niemand zum Spielen und im Zweifelsfall ist es für Dich wie ein besserer Mittelaltermarkt."

 

Hinzufügen möchte ich noch, dass ich es schätze, dass die Orga ein Auge auf die Stimmung in den Vierteln hat – und dass da ständig nachjustiert wurde in den vergangenen Jahren, sodass man sich inzwischen in allen Vierteln wohl fühlen kann, so nehme ich das zumindest wahr."

 

Lennart aus Flensburg, im Spiel „Lori“


"Anfänglich hatte ich Bedenken: Das wird vielleicht langweilig so ne Stadt Simulation. Ohne Kämpfe, Schlachten und Action. Was mache ich dort den ganzen Tag? Ich weiß nicht, ob ich so lange eine "ambiente" Rolle spielen kann/mag. Aber es versprach auch keine Power-Gamer (Halb-Drachen-Paladin, ErzMagier der alle Probleme löst, usw). Und viel Atmosphäre.

 

Die Bedenken haben sich schnell aufgelöst: Es war ein ganz neues und besseres Erlebnis /Erkenntnis von LARP. Ich habe so viel gelernt über Charakterspiel, grundsätzliches Verhalten auf einer Con, andere Spieler mit einzubinden und selber Dinge zu wagen.

 

Besonders: Die Menschen. In den letzten 4-5 Jahren habe ich auf dem Tollgund so wunderbare LARP-Kontakte geknüpft wie 10 Jahre davor nicht. Was total an der Grund Idee von Tollgund liegt, die einen gewissen Typ Mensch einfach anzieht (ja, nicht alle sind so, aber ein Großteil). Drei Dinge gefallen mir noch besonders:

 

1. Eine tiefe und über Jahre aufgebaute Charaktergeschichte fortzuführen.

 

2. Mich selber in neuen Dingen zu erproben. Beispiel: Ich war immer ein OT Grusel-Schisser, gerade nachts im Wald. Mit der Zeit habe ich mich dann immer mehr getraut, bis ich irgendwann sagen konnte "gib mir geilen shit im Wald". Und was soll ich sagen? Ich habe ihn bekommen!

 

3. Ich werde, wie sonst selten, total motiviert. Sei es Kleidung zu modden, ein IT-Innenzelt zu gestalten oder Propps wie mein Phalwarg-Kopf herzustellen. Oder auch Musik zu machen, Feiern, trommeln, tanzen, usw.

 

Würde ich Tollgund weiterempfehlen? Ja und Nein.

 

Ja, um eine andere Art von LARP zu erleben und Tollgunds Philosophie zu lernen und weitertragen (auch für andere LARPs).

 

Es gibt manche Spieler, denen ich Tollgund nicht empfehlen würde: Solche, die mehr mit sich selbst beschäftigt sind. Sich beim gemeinsamen Spiel nicht die Mühe für eine gemeinsame Szene machen wollen. Spielangeboten aus dem Weg gehen. Nicht, weil sie unsicher sind und nichts falsch machen wollen. Sowas erkennt man ja meistens. Nein, eher so ein "Ich bin so toll, bitte keine Konsequenzen". Oder nur “konsumieren” wollen. Diese Leute würden vielleicht Spaß in Tollgund haben. Aber würden sie auch anderen Spaß bereiten? Oder ein ganz anderer, klassischer Typus. Ich zitiere von einem sehr schönen Blog bei der Tollgund SC Gruppe: „Ach, ich will jetzt ne Wurst grillen und ein Bier trinken. Und wenn gleich wieder Zombies spawnen, rödel ich mich wieder auf. Gerade stört mich mein Kettenhemd. Das habe ich übrigens selber gemacht, als…“ ... nein in Tollgund hast du keinen Spaß. Aber das alles sind nur erst Eindrücke von Menschen, die man nur vom LARP kennt. Vielleicht ist es anmaßend gleich so zu urteilen. Manche Leute können sich auch ändern oder müssen mal die richtige Erfahrung gemacht haben (wie Tollgund :)

 

Ich war immer sehr gerne auf LARPs. Und das seit 2007. Meistens als NSC, manchmal SCs (oft habe ich die NSC-Sachen mehr geschätzt). Dachte ich hätte das meiste (klassisch Fantasy) schon gesehen.

 

Dann traf ich auf Tollgund und es hat LARP für mich noch einmal auf eine völlig andere Ebene gebracht. Vielen Dank!"

 

Yannic aus Schaumburg, aka Doktor(!) Ferril Feldstein


Hast du Fragen? Möchtest du einen SC von oben direkt anschreiben? Wir geben dir gern die Kontakte.

✉️ Schreib uns!