Viele SC hatten schon ihren ersten Larp auf dem Tollgund. Einige haben wir nach ihren Erfahrungen gefragt:
"Das größte Hindernis war am Anfang für mich, dass ich ein passendes Zelt haben musste und nicht wusste, ob ich LARP überhaupt mag. Ist halt eine Investition am Anfang.
Ich habe mich wirklich viel über verschiedene LARPs vorher informiert und mich ganz bewusst für Tollgund entschieden. Tollgund war das erste Mal seit Jahren, wo der Alltag und der ganze Alltagsstress für längere Zeit ausgeknipst war.
Das Gefühl wirklich in eine andere Welt einzutauchen und das Stadtgefühl daran mit den Vierteln war der Hammer! Was noch? Geile Leute kennengelernt, digitaler Detox, viel Natur.
Auf jeden Fall würde ich Tollgund weiterempfehlen. Wegen dem starken Charakterspiel von so vielen coolen Spieler*innen und die unglaublich immersive Welt, der Grusel und das Abenteuer, wenn man will und gleichzeitig ein märchenhaftes mittelalterliches Stadtgefühl."
Rosa, IT "Rala"
"Zunächst hatte ich mich gefragt, ob die Klamotten gut genug ist und wie man mit dem Kulinarischen umgeht. Kühlsachen waren keine möglich, eine Feuerstelle hatten wir nicht, sodass Wasser nicht "natürlich" gekocht werden konnte und wir hatten schlichtweg keine Idee, was man so ungekocht und ungekühlt essen kann.
Das ist 2025 besser geworden, da wir dann Connections hatten und dann zur Feuerstelle entsprechend Lebensmittel mitbrachten.
Die Länge des Larps war kein Problem, für mich könnte es noch 1 - 2 Tage länger gehen, weil ich so viele Aufträge erhalten habe und mir schlichtweg die Zeit fehlte, dem allem nachzugehen. Daher ist Mittwoch bis Samstag ideal! :)
Was hat mir gebracht? Ich spiele seit meiner Kindheit Videospiele und dort bevorzugt Rollenspiele. Durch D&D konnte ich das Rollenspiel stärker selber lenken und war nicht so an die Grenzen der Programmierung gebunden. LARP ist für mich die ultimative Freiheit des Rollenspiels bzw. deren höchste Form mit den stärksten Gefühlsempfindungen verbunden. Es brachte mir das Erleben von Dingen, die ich mir sonst nur vorstellen durfte. Und das mit Gleichgesinnten. Zusätzlich verstärkte LARP das Talent zum Improvisieren, regt die Fantasie zur Lösungsfindung an, fördert eigene Charakterbildung und nimmt die Angst zum Kontakt zu anderen Menschen.
Für unser erstes LARP hatten wir einige Kriterien festgelegt:
Anfahrt: Tollgund mit 5 - 6h liegt im Grenzbereich. Nach den Kriterien haben wir gezielt ausgeschlossen und von den übrigen die Beschreibung gelesen. Tollgund hat uns am meisten überzeugt ;)
Ich mag an Tollgund sehr das Familiäre, dass wir gefühlt mit jedem ein Plot anfangen oder eine Geschichte weitererzählen können. Aus meiner kleinen Perspektive spielen alle mit entsprechend ihrer Rolle natürlich. Das erhöht die Immersion sehr und reißt einem nicht aus dem Spiel. Es fühlt sich logisch und richtig an, wie jeder handelt. Was ich auch sehr cool finde, ist das Setting, in dem wir uns bewegen mit Silurien, dessen Hauptstadt Tollgund sich nicht direkt der Herrschaft des Kinderkönigs unterwirft mit seinen teils sehr verschiedenen Vierteln. Wobei die Nähe zum König durch die baldige Heirat der Rotstein mit diesem Adligen einiges an Feuer erzeugen wird. Dazu der Puppenspieler, der einst ein Narr war; die Probleme in den Slums mit der Fäule und Schatten; die Räuberbande „die Fresser“ mitsamt ihrer Königin der Nacht, die Blutleere und das Sammeln von Namen für einen derzeit unbekannten Zweck und und und…
Eine sehr reichhaltige Geschichte, dessen Geheimnisse (besonders des Waldes *hust* Falschtod *hust*) ich liebend gerne ergründe :) Das macht es für mich spannend, weshalb ich gerne mehrmals pro Tag in den Wald gehe.
Was noch? Tolle und entspannte Orga, cooler Ort mit Parkplätzen, sauberen Toiletten und Duschen, sowie und einer guten Ausgangslage für das LARP.
Tollgund hat ein schönes Setting mit viel Liebe zum Detail, dank einer engagierten Community.
Ich würde ihn als einsteigerfreundlichen LARP empfehlen und für alle, die Mittelalter ohne Helden mit einem Hauch verbotener Magie mögen, wobei es eine tiefe und stark verwobene Geschichte erzählt, in die man an vielen Stellen einsteigen kann."
Otar aus Dresden
(du darfst ihn direkt auf Discord anschreiben)
"Tollgund hat für mich all das versprochen, was ich mir von meinem ersten Larp erhofft hatte und was ich als Neueinsteigerin auf anderen Cons womöglich schwierig gefunden hätte (Zauberei ohne Darstellungseffekte, Schlachten, Punktesystem). Tatsächlich habe ich mich auf der Webseite nicht so gut zurechtgefunden, wusste aber trotzdem alles, was ich wissen musste, um zu starten. Meine Wünsche und Erwartungen wurden haushoch übertroffen!
Tollgund 2024 war unser erstes richtiges Larp-Con-Erlebnis (vorher nur zwei Tavernen).
Was ich am Tollgund besonders mag, ist das „co-kreative, respektvolle Spiel“.
Das heißt für mich: Der überall in Tollgund (soweit ich erfahren habe) durchgehend gelebte Konsens, dem Spiel der anderen Raum zu geben, Szenen zu verstärken und zu unterstützen, konstruktiv zu spielen, Bälle aufzunehmen, weiterzugeben (auch wenn das vielleicht mal nicht gelingt, sich zu Bemühen, zu reflektieren, ggf. sogar Aussprache zu suchen), zur Atmosphäre beizutragen, einen Teil der Menge oder auch ein würdiges Gegenüber darzustellen, um gemeinsam (und mit Rücksicht auf die Gefühle und Grenzen der Mitspielenden) ein Gesamtgefühl zu schaffen.
Und umgekehrt mit dieser Sicherheit im Hinterkopf auch genauso das Verständnis für sich und andere zu haben und keine bösen Absichten zu unterstellen, wenn mal etwas schiefgeht. Ich kann beispielhaft eine von unzähligen Szenen nennen, etwa in meiner ersten Nacht des Mutes, als Vivi mit Wenzel und „Sonnenkind“ Nellie im Stich festgehalten und Letztere entführt wurde. Diese unglaublich emotionale bedrohliche Situation, die IT-Gewalt, Tränen, Zorn, Waffen, Drogeneinfluss beinhaltete, während OT zu jedem Zeitpunkt mit den kleinsten Gesten respektvoll die Grenzen abgesteckt wurden, ohne dass dem Spielfluss auch nur eine Sekunde lang die Bedrohlichkeit abgekommen wäre – das ist für mich Tollgund! Und davon kann und möchte ich auch noch vieles dazulernen.
Weitere Pluspunkte von Tollgund sind für mich…
1) Als „Heldin der dritten Reihe“ in Tollgund hatte ich mit meinem ersten Charakter zum einen die Chance zu einem sehr seichten Einstieg ins Larp, da es leicht fiel, als einfache Person sehr nah an meiner eigenen Persönlichkeit zu bleiben.
2) Gleichzeitig bietet die Welt von Tollgund auch allen Talenten, Fähigkeiten und Interessen, die Möglichkeit, sich einzubringen. Das geht wahrscheinlich im Larp allgemein, aber auf dieser Ebene des Gewöhnlichen und Alltäglichen finde ich das besonders einladend und niedrigschwellig, ohne dabei eine Qualitätswertung zu meinen! Im Gegenteil, es ist so leicht, etwas Wertvolles (zur Stadt, zum Viertel, zur aktuellen Szene beizutragen. (Im Nachhinein vom letzten Tollgund mussten wir im Buchenhain so darüber lachen, wie geschäftig wir teilweise alle einfach unserer Arbeit nachgegangen sind! Gut, es gab auch Not und dringende Gründe dafür, aber wir haben einfach echt geackert :D)
3.) Die spannenden Wege, ob das fantastische Brückengerüst und Tunnelsystem in die und in der Unterstadt; über die sich windenden Wege durch Uppdag; der herausfordernde und zunehmend gefährlicher werdende Pfad über den Friedhof in den Wald; nicht zuletzt auch der Dunkel Splitter, (auch wenn der mich maßgeblich vom Wald fernhält). Das macht Tollgund für mich schon sehr besonders und gibt einem dieses Aufbruchsgefühl, das schon den Weg zu einem Ziel X so spannend und interessant macht.
4) Unvorhergesehene Überraschungsmomente: ich für meinen Teil habe weder die Hinrichtung der Hexe noch den Angriff der Fresser kommen sehen. Oder als der Nebel meinen ersten Markttag auf meinem ersten Tollgund zerschlagen hat - fantastisch! Ich glaube, dass selbst das - der Nebel, der einen schönen Tag zerschlägt- diese lauernde ständige Bedrohung um Tollgund herum aufleben lässt. Mit euren Mal größer oder kleineren Interventionen erinnert ihr Tollgund daran, warum diese Stadt so wichtig ist.
Und wenn ihr sicherer Schutz einmal durchbrochen ist (z.B. durch Phalwarge, die ganz schön nah an die Stadt herankommen), welche Möglichkeiten haben wir Tollgunder dann? Also mit diesem Element zu spielen, dem Schutz der Stadt, dem Schutzbedürfnis der Menschen, der ständigen Gefahr, aber auch den Möglichkeiten, Schutz zu garantieren – das geht mir jedes Mal unter die Haut und kann ich mir immer wieder in irgendeiner Form gut vorstellen.
5) der Terminplan ist immer voll und ich habe schon so viele Sachen noch nie miterlebt, weil so vieles gleichzeitig passiert. Ganz normal, aber auch spannend. Hätte Vivi nicht den Auftrag gehabt, das Portrait von Herrn Wolski zu beschriften und abzuliefern, hätte ich vermutlich noch nie das Sturzballturnier mitbekommen. Ich habe nie Sorge, dass wir uns langweilen könnten.
Auf jeden Fall hängt mein Herz an Tollgund!"
Fabi, im Spiel "Vivi"
"Wir haben gezielt nach einem Con gesucht, auf dem nicht alle Spielenden um das heroische Spotlight konkurrieren und man sich nicht erst durch zehn Jahre alte Weltuntergangsplots kämpfen muss, um sinnvoll ins Spiel zu finden. Uns war wichtig, Teil einer lebendigen Spielwelt zu sein, in der auch kleine Geschichten und alltägliches Spiel ihren Platz haben. Dazu kam eine Community, die uns von Anfang an sehr offen begegnet ist. Gerade als Neulinge hat uns das enorm geholfen: Die Viertel-Treffen im Vorfeld haben uns nicht nur vorbereitet, sondern direkt integriert. Noch bevor der eigentliche Con begann, hatten wir das Gefühl, wirklich dazuzugehören.
Als wöchentlicher Forever Dungeon Master habe ich über die Jahre gemerkt, dass mich vor allem eines immer wieder frustriert hat: das Ungleichgewicht im Commitment. Ich investiere viel Zeit, Herzblut und Vorbereitung – und wünschte mir manchmal, meine Spielenden würden dieses Maß an Engagement teilen oder zumindest spürbar erwidern. Als ich vom Tollgund hörte, verband ich damit genau diese Hoffnung: ein Spielumfeld, in dem ein gewisses Grundinvestment selbstverständlich ist. Tollgund erfüllt diese Erwartung nicht nur, es übertrifft sie!
Die Orga schafft einen Rahmen, der dazu einlädt – ja fast dazu verpflichtet – die Stadt gemeinsam mit Leben zu füllen. Überall begegnet man Dingen, Geschichten und Details, die andere mit großer Liebe vorbereitet haben. Nicht, um sich selbst in Szene zu setzen, sondern als Geschenk an alle Mitspielenden. Genau dieses gegenseitige Tragen des Spiels war das, wonach ich gesucht habe.
Tollgund schafft aber ein Problem: Kaum ist es vorbei, möchte man am liebsten sofort wieder zurück. Dieses Gefühl, Teil von etwas Lebendigem gewesen zu sein, trägt einen noch lange weiter und entführt im Alltag des Öfteren in Wachträume mit im Rhythmus der Trommeln zuckenden Flammen, blitzenden Dolchen in feuchten Gängen, Kinderlachen in schwarzen Wäldern, Marktgeschrei im Sonnenschein, weißen Lichtgestalten die mit stummen schreien die Schatten verjagen . . .
Grundsätzlich hat man, glaube ich, immer die Befürchtung, dass man aufgrund von Gatekeeping nirgends richtig reinkommt – gerade bei einer etablierten Spielwelt. Als ich dann aber in die Gruppen und auf den Discord geschaut habe, wurde schnell klar, wie sehr sich sowohl Orga als auch Spielerschaft darum bemühen, neue Menschen aktiv in die Mitte zu ziehen und einzubinden. Spätestens seit der Taverne zum Firnfuchs war für mich offensichtlich, wie wichtig Neulinge für die Orga wirklich sind – nicht als notwendiges Übel, sondern als fester und gewollter Teil der Gemeinschaft.
Ich habe dort viele großartige Menschen kennengelernt, und vor allem hat sich dort meine liebste und eng verbundene LARP-Gruppe gefunden. Tollgund hat mir außerdem gezeigt, welche Con-Größe und welche Art von Orga für mich perfekt funktionieren – und ist damit ganz klar zu meinem persönlichen Favoriten geworden. Von jedem Tollgund nehme ich neue Inspiration mit nach Hause, Ideen für Spielangebote, die ich beim nächsten Mal wieder mitbringe und ins Spiel zurückgebe. Für mich ist Tollgund inzwischen ein echter Brunnen der Inspiration.
Der Wald: Er hat mich vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen. Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten Versuch, bei finsterer Nacht in ihn vorzudringen – oder besser gesagt: an die markerschütternden Schreie, die mich schnell wieder hinausgetrieben haben. Bei Tag lauert dort eine ganz andere Art von Gefahr, und gleichzeitig lädt er zu abenteuerlichen Erkundungen ein. Dieser Wechsel zwischen Bedrohung und Entdeckung macht den Wald für mich zu dem einen Element, das Tollgund unvergesslich macht.
Tollgund ist groß genug, um sich lebendig und vielfältig anzufühlen, aber nicht so groß, dass man den Überblick oder den Anschluss verliert. Hinzukommt die Offenheit der einzelnen Viertel. Egal wo man landet, man wird ins Spiel hineingezogen und nicht außen vorgelassen. Ein weiterer großer Vorteil ist die inhaltliche Bandbreite: Von Tavernenspiel über Horror bis hin zu Intrige ist alles möglich, ohne dass eine dieser Spielarten stiefmütterlich behandelt wird."
Dimi aus Bonn, „Ando“ im Spiel
"Einmal ist die Situation an sich sehr aufregend: ganz viele fremde Leute, Angst dass man keinen Anschluss findet… Und wenn man noch nie gelarpt hat: Was ist überhaupt cool? Was bringe ich mit? Was muss ich mir mindestens alles vorher ausdenken und was ist zu viel? Was spiele ich am besten? Was sind Fettnäpfchen?
Und: ein Zelt. Da ist die Turnhalle echt eine Erleichterung.
Vor Spielbeginn war ich noch echt aufgeregt und ein wenig angespannt - aber dann ging es schon mit dem Aufbau, mit Workshops und schließlich mit dem Spiel los, woraufhin sich meine Bedenken in Luft auflösten.
Tollgund war für mich eine ganz neue Erfahrung - und hat mir geholfen, den Mut aufzubauen, völlig fremde Leute anzuquatschen, spontan zu sein und neue Fähigkeiten auszuprobieren, auf die ich sonst gar nicht gekommen wäre (vor allem musikalische und kreative Sachen).
Wenn ich an Tollgund denke, denke ich an Immersion ohne überzogene Maßnahmen, an Play to Play, aber auch: Play to Play and then Lose, an schwach spielen, damit die Welt um dich herum groß, abenteuerlich und gefährlich wird… keine SL-Anweisungen (🙏), Logik statt Telling und Aus-x-en (Da ist jemand tot? Dann trage ich den wohin, wo ihn keiner sieht, damit er unbemerkt verschwinden kann. Und: Ich will im Spiel nicht gesehen werden? Ok, dann verstecke ich mich wirklich).
Was ich besonders an Tollgund mochte, war die starke Aufgeschlossenheit der Spieler, sowie den starken Immersionssog, den ich empfunden habe. Nirgendwo sonst fällt es mir so leicht, in eine LARP-Welt einzutauchen."
Sophia aus Münster, IT "Merciel"
Hast du Fragen? Möchtest du einen SC von oben direkt anschreiben? Wir geben dir gern die Kontakte.
In dem Video kommen zwar einige Larp-Neulinge zu Wort, die ihren Larp-Einstieg beschreiben. Aber es gibt auch "alte Hasen", die aus ihrer Sicht Tollgund beschreiben.
