Es gibt ein Grundprinzip:
Verletze oder kränke keine anderen Menschen!
Leider reicht der Wille manchmal nicht aus. Und das Prinzip ist etwas zu „schwammig“. Daher möchten wir ein wenig mehr schreiben. Und wir brauchen Beispiele!
Zuvor nutzen wir aber eine "harte" Regel - um uns und andere zu schützen:
„Wirklich, wirklich!“
Das hat sich im Larp inzwischen durchgesetzt:
Wenn du sagst „Das tut mir wirklich, wirklich weh!“ , heißt das:
- „Ich möchte das OT nicht!“ bzw.
- „Hier ist meine Grenze überschritten.“
So behält man die Kontrolle und kann anderen klare Grenzen aufzeigen. Du zeigst DEINE Grenzen auf. Und achtest auf die Grenzen der anderen.
So bleiben wir auch im Spiel – und können uns vorsichtig vortasten. Grenzen ausloten. Voneinander lernen.
Es gibt schon harte Grenzen: Wir würden z.B. keine sexualisierte Gewalt-Szene darstellen. Warum? Weil die Wahrscheinlichkeit einfach zu hoch ist, dass einige Menschen im Umfeld traumatisiert wurden. Daher wird es auf unseren Cons keine sexualisierte Gewalt-Szenen geben.
OT-Rassismus dulden wir nicht. Auch im Spiel ist das Beurteilen eines Menschen z.B. bezüglich der Hautfarbe oder der OT-Herkunft zu unterlassen. Wenn es OT nicht verletzt, kannst du im Spiel beispielsweise Folgendes nutzen:
"Verdammt, diese dreckigen Elfen!"
Warum ist Rassismus gegen Elfen okay? Weil wir uns OT nicht als Elf identifizieren. Und Elfen auf dem Tollgund auch nur von NSC dargestellt werden würden.
Jetzt gibt es einige Beispiele, die für viele eher „grenzwertig“ sind. Wäre es okay, wenn Leute unter Absprache „grenzwertige“ Szenen darstellen? Ja, sofern alle Beteiligten einverstanden sind (vertraut miteinander sind – und sicher sind, dass es für alle okay ist).
In den Slums von Tollgund geht es schon härter zu. Besuche das Stadtviertel Slums nur, wenn du das abkannst. Mehr dazu...
Beispiel körperlich werden:
Sagen wir, du möchtest jemanden anrempeln. Provozieren, vielleicht sogar in den Infight gehen (heißt, einen Kampf simulieren, ohne Polsterwaffen. Faustschläge andeuten etc.).
Ist das okay? Kommt darauf an. Wie gut kennst du den anderen SC? Je höher der Grad des Vertrauens, desto mehr kannst du wagen. Eine völlig fremde Person hart anzurempeln ist
eher zu riskant. Tu es nicht!
Grundsätzlich: Wenn du dir unsicher bist, lass es lieber sein. Oder:
Tausch dich mit uns oder anderen SC von Tollgund aus. Das gibt dir Sicherheit.
Das ist unser Haupt-Wert. Wir machen Larps für empathische Menschen. Mit empathischen Menschen.
Du willst mindestens niemanden verletzten. Und die meisten von uns möchten Szenen bereichern. Du möchtest, dass andere durch deine Handlungen mehr Freude empfinden.
Mit dieser Einstellung BRAUCHEN wir kaum harte Regeln.
Vielleicht fragst du dich jetzt: „Ah, also ist das erlaubt? Cool!“
Frag dich erst: „Ist das bereichernd? Für andere? Verletze ich vielleicht andere damit?“
Dann weißt du gleich, ob es wirklich erlaubt ist. Oder besser: Ob es Sinn macht.
Klar, das klappt alles nur, wenn wir davon ausgehen, dass wir mit rücksichtsvollen Menschen spielen. Die ein Gefühl für andere haben UND empathisch sein wollen. Zum Glück scheinen wir beim Tollgund und Taboo einen bestimmten Menschenschlag anzuziehen - und diese Menschen achten sehr aufeinander.
Es kann aber sein, dass wir mal ein paar Unempathen dabeihaben. Aber diese werden ihre Handlungen nicht wirklich verbessern, wenn wir versuchen, ALLES mit Regeln sicher zu machen. Der Unempath bricht die Regeln (bewusst oder unbewusst) – oder findet Schlupflöcher.
Lösung? Bei den grenzwertigen Fällen geben wir Feedback. Und die SC, denen wir gar nicht mehr vertrauen, dürfen nicht mehr dabei sein.
Unsere Aufgabe ist es, den Raum für Euch zu schützen. Damit Ihr in diesem Raum möglichst frei spielen könnt.
Es geht auch darum, ein Bewusstsein zu schaffen. Unser Bewusstsein für andere zu schärfen. Für die Szene.
Mit zu vielen Regeln, verlieren wir eher den Fokus. Zu exakte Regeln verkopfen es nur - und nehmen uns die Freiheit zu spielen.

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Claes (Freitag, 03 Juni 2022 11:19)
Finde ich plausiblel. Insbesondere, weil ich die Einschätzung teile, dass Munchkins/Unempathen bei jedem Regelwerk einen Weg finden, es gegen diejenigen zu wenden, die nach der Absicht der Regeln handeln, statt nach deren Buchstaben.
Bei Wunschkonzert würde ich sagen: lasst uns nur eine Sicherheitsformel etablieren, egal, ob nun "Oh, Mutter" oder "wirklich wirklich". Das finde ich prägnanter. Aber zwei gehen auch, kein Ding.
Heiko (Mittwoch, 20 März 2024 10:39)
Hey Claes, haste recht! Lieber nur eine Sicherheits-Formel. Bei "Oh, Mutter" hatten einige eher Probleme. Daher lassen wir das lieber. Ab jetzt nur noch: "Wirklich, wirklich..."