Dieses Jahr wird das Lichterfest am Samstagabend auf dem Tollgund ein bisschen anders. Auf dem Marktplatz erwartet euch ein Nachtjahrmarkt – inspiriert von der Wylden Nacht, nur größer, wilder und mitten in Tollgund.
Wenn die Dunkelheit hereinbricht und die Glocke mehrfach läutet, geht es los 🔔
🕯️ Was ihr tun könnt:
- Bringt eine Laterne mit, sobald es dunkel wird.
- Wer mag, darf sich gern das Gesicht mit Farbe, Erde oder Kunstblut bemalen oder eine Maske tragen. Kein Zwang – aber je mehr mitmachen, desto stärker die Stimmung.
- Wer hat bringt einen Malkiri-Stein mit.
🎭 Bringt euch ein
Über den Marktplatz verteilt kann alles entstehen, was zu einem Nachtjahrmarkt passt.
Hier ein paar Ideen:
- Kuriositäten & außergewöhnliche Handelswaren
- Rauschende Getränke & Kräuter
- Süße Verführungen wie „Zuckerwatte“ oder Kandis
- Faustkämpfe (kurz & dynamisch) – organisiert von Tim Nadolny von der Kogge ❤️
- Darstellungen & Künste aller Art:
-
- Feuerkunst & Flammenspiel
- Akrobatik & Körperkunst
- Theater, Pantomime & Maskenspiel
- Musik, Tanz & Gesang
- Geschichten & Erzählungen
Zum Abschluss können Feuerkünstler:innen und Musiker:innen gemeinsam das letzte, große Fest eröffnen.
🔥 Marktplatz bleibt IT
Der Marktplatz und die Jurte sind Samstagabend weiterhin IT, auch wenn der Nachtjahrmarkt schon beendet ist. Weitere Infos dazu findet ihr im damaligen Blog.
IT Hintergrund:
Lange Zeit schützte das Lichterfest Tollgund. Einmal im Jahr brachten die Menschen Speisen dar, entzündeten ihre Laternen und warteten, bis das Feuer brannte und die Tollgunder glaubten sich sicher.
Doch dann kam die Nacht des Unheils, kurz vor der Wylden Nacht.
In jener Nacht verschwand der alte Friedhof am Stadtrand. Gräber, Namen und Steine – alles wurde vom Schattenwald verschlungen. Kein Aufruhr. Kein Schrei.
Am Morgen danach fand man Masken. Weiß und rot.
Zurückgelassen wie Zeichen der Toten. Seit jener Nacht nennt man den Pfad dorthin den Maskenweg. Und wer ihn betritt, spürt die Blicke im Nacken. Auch der Brunnen mit der heiligen Quelle verschwand.
Die Schatten sind näher gerückt. Sie flüstern. Sie locken.
Und in den letzten Jahren gaben sich zu viele den Schergen des Falschtods hin – aus Gier, aus Verzweiflung, aus Neugier … oder aus Liebe.
Als klar wurde, dass das Lichterfest allein Tollgund nicht mehr schützt, riefen die Rotsteins Vertreter aller Viertel zusammen. Nicht um Einigkeit zu erzwingen, sondern um zu hören, was jede Gemeinschaft für notwendig hielt, um die Stadt zu bewahren.
Die Franden erinnerten daran, dass die alten Bräuche der Vhaninger älter sind als jede Stadt.
Was einst wirkte, so sagten sie, dürfe nicht vergessen werden.
Die Tawas kannten Orte, an denen Seelen verloren waren, und wussten, dass man dem Dunkel nicht allein mit alten Riten begegnet. Manches, sagten sie, müsse Gewicht haben – wie die Malkiri.
Für Croga war klar: Eine Stadt, die sich nicht kennt, zerbricht leicht. Schutz beginne dort, wo Menschen miteinander stehen.
Uppdag sprach vom Rhythmus der Lebenden – von Tanz und Musik unter den Lichtern der Stadt, damit Tollgund nicht verstumme.
Mittstadt erinnerte daran, dass eine Stadt Bewegung braucht, um nicht zu erstarren.
Als Abschluss empfahl man einen Nachtjahrmarkt, der den Ernst der Fahlnacht weiterträgt.
Wenn die Glocke mehrfach läutet, versammeln sich die Tollgunder, schmieren sich Blut, Dreck oder Farbe ins Gesicht oder setzen Masken auf – wie es aus den alten vhaningischen Bräuchen überliefert ist –, um sich vor den Blicken der Schatten zu schützen.
Dann treten jene vor, die bereit sind, einen Malkiri‑Stein zu geben. Die meisten Menschen können nur einen, manche vielleicht zwei bei sich tragen, denn ihr Inhalt gilt als zu groß für den menschlichen Geist.
Malkiri ist ein altes Wort aus dem Ecianischem.
Manche übersetzen es mit Seele, andere mit alter Geschichte oder Erinnerung. Wohl niemand weiß noch genau, was es einst bedeutete – und niemand kann sagen, ob diese Gabe groß genug ist, um Tollgund zu schützen.
Wenn das Feuer genährt ist, beginnt der Lärm der Lebenden.
Spiele, Kämpfe, Musik, Trommeln und wildes Geschrei lassen keinen Raum für Stille in der Stadt – laut, wild und ungezähmt –, um den Geistern zu zeigen, dass die Lebenden da sind. Natürlich nie im Schattenwald und auf dem Maskenweg.
Händler, Gaukler und Diebe – alle sind willkommen.
Ein Ritual und ein Fest – nicht, um die Schatten zu besiegen, sondern um Tollgund zu stärken.
So wurde die Fahlnacht geboren – gefeiert am vierten Abend eines jeden Jahres.
Jana





Kommentar schreiben