… sondern der Spaß auf dem Weg dorthin.
Alle Puzzleteile sind vor uns ausgebreitet und wir fügen sie zusammen.
Gemeinsam ergeben sie ein eindeutiges Bild, eine unmissverständliche Botschaft – eine ultimative Auflösung.
Jetzt ist alles klar. Die Anspannung löst sich auf und Befriedigung stellt sich ein.
Fast jede Geschichte (egal ob Buch, Film oder PC-Spiel) wird am Ende vollständig aufgelöst.
Auch am Ende der meisten Fantasy-Larps steht meist eine Auflösung des Geschehenen.
Damit Du beim Tollgund nicht enttäuscht wirst:
Löse dich von dieser Erwartungshaltung.
Wenn Du einen Plot auf dem Tollgund verfolgst (einen der abertausenden gleichzeitig stattfindenden Nebenstränge), dann kann es sein, dass am Ende nicht die große Enthüllung steht.
Vielleicht fährst Du vom Tollgund nach Hause und Du bist Dir nicht sicher, was es mit den kleinen leuchtenden Steinen hatte. Oder mit den Räubern im Wald. Oder…
Weil es zu viele widersprüchliche Informationen aus unterschiedlichsten Richtungen gab.
Obwohl Du so sehr danach geforscht hast.
Für Tollgund haben wir uns bewusst gegen diese Systematik entschieden. Klar, es gibt – auch auf dem Tollgund – Plots, die am Ende aufgelöst werden.
Aber wir wollen vor allem eine Welt erschaffen, die sich besonders echt anfühlt, weil sie so komplex ist, sodass man sie vermutlich nie vollständig verstehen wird.
Erwarte also keine klare Auflösung des Plots, sondern nutze lieber das offene Ende als Möglichkeit, um weiteres Spiel zu generieren – und das Gefühl für die Welt zu vertiefen und echter werden zu lassen.
Auch in der Wirklichkeit können wir unsere Welt nicht vollkommen verstehen, sondern bilden uns Tag für Tag eigene Überzeugungen, um von der Wirklichkeit nicht überfordert zu sein.
So gibt es bspw. über die Räuber im Wald viele Geschichten und Gerüchte. Vieles scheint nicht zusammenzupassen.
Jeder hat eine eigene Meinung, baut sich eine eigene Wirklichkeit, die zu den Überzeugungen und dem Wesen seines Charakters passt.
Bilde Dir eine eigene Überzeugung.
Triffst Du jemanden mit einer anderen Ansicht, können Konflikte und Diskussion entstehen.
Das generiert Spiel und kann helfen, besser in die Welt einzutauchen und unseren Charakter authentischer zu spielen (die meisten von uns stellen einfache Leute dar, für die es noch schwieriger sein dürfte, eine Welt voller Intrigen, Halunken und ominösem Grusel zu Durchblicken).
Sich Durch eine Fantasy-Larp-Welt zu bewegen, die so facetten- und detailreich ist, dass man nicht jedes ihrer Geheimnisse lüften kann, bereichert das Spiel!
Sofern Du dich darauf einlässt und mit den Unklarheiten eigenes Spiel generierst.
Natürlich kannst Du im Spiel trotzdem versuchen, die Tollgund-Welt und ihre Geheimnisse zu verstehen. Es wird Dir auch gelingen so manches herauszufinden. Aber geh lieber davon aus, dass häufiger Widersprüche stehen.
Genieße den spannenden Weg, den Du bis dorthin gegangen bist. Und nutze dabei die Freiheit, den Plot kreativ mitzugestalten.
Was Tollgund einzigartig macht, ist eine Community, die aktiv Spiel füreinander erschafft.
Geschichten entstehen oft nicht nur durch vorgegebenen Plot, sondern aus Beziehungen, Entscheidungen und Emotionen.
Es geht nicht um Siege oder Heldentum, sondern um Drama und Konsequenzen.
Ob im Alltag der Stadt oder in der Bedrohung des Waldes:
Du gewinnst nicht – Du erlebst.
Es gibt oft keinen Plot, den Du „abschließt“ – nur Geschichten, die sich weiterentwickeln.
In Tollgund rettest Du nicht die Welt.
Du hinterlässt Spuren in ihr.
Erik (im Spiel R. Rotstein)

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